Ein Detektiv lebt nicht nur von seiner Beobachtungsgabe, er muss sich die Sachen auch merken können, die er vor das Auge bekommt. Nicht immer hat der Ermittler eine Kamera zur Hand oder kann sich just in dem Moment Notizen machen, in dem es eigentlich darauf ankäme, so viele Details, wie nur möglich, festzuhalten. Es kann im Fortgang der Ermittlungen eine Menge ausmachen, an welche Kleinigkeiten man sich noch erinnern kann. So muss der Detektiv nicht nur wissen, wie groß eine Person war, die er nur wenige Momente gesehen hat. Auch die Haarfarbe, besondere Merkmale, wie Tätowierungen oder Narben, Kleidung und vieles mehr kann eine wichtige Rolle spielen.
Es macht natürlich einen Unterschied, ob man seine Auffassungs- und Beobachtungsgabe, so wie ein Detektiv, jeden Tag aufs Neue trainiert. Der normale Bürger kann sich nach einem Augenblick des Zusammentreffens nicht so viel merken, wie der Ermittler, der dies als tägliches Brot vorgesetzt bekommt. Fragt man den Detektiv, wird dieser mehr Kleinigkeiten im Gedächtnis gespeichert haben, obwohl er eine Person nicht länger sehen konnte, als der Mensch neben ihm. Dies liegt aber auch daran, dass der Detektiv die Sachlage ganz anders wahrnimmt, als jemand, der nur zufällig an einem Ort war. Ob und in welcher Intensität sich jemand die Einzelheiten merkt, ist wohl auch eine Sache der Veranlagung, des Talents. Nicht jeder Mensch ist dafür geeignet, sein Geld mit Ermittlungen und Beobachtungen verdienen zu können, auch wenn man sich mit zunehmender Berufspraxis sicher auch dahingehend trainieren kann. Ein wacher Verstand, eine gewisse omnipräsente Aufmerksamkeit und eine ausgeprägte Merkfähigkeit kann man ausbauen, auch wenn diese Eigenschaften in den Grundzügen schon vorhanden sein sollten.
